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Schülerinnen und Schüler erkunden die NS-Zeit vor Ort

Am 12. Juni hätte Anne Frank ihren 95. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass hat die Anne-Frank-Realschule den Anne-Frank-Tag begangen, der dieses Jahr unter dem Motto "Der Geschichte auf der Spur" stand. Die Schülerinnen und Schüler haben sich konkret und anschaulich mit der NS-Zeit in Ibbenbüren auseinandergesetzt.

Ein zentrales Element des Tages war der Besuch und die Pflege der Kriegsgräber im Riesenbecker Berg und im Brumleytal. Diese Tätigkeit gab den Schülerinnen und Schüler der Klasse 7 B und 8 B die Möglichkeit, sich unmittelbar mit den Folgen des Krieges und der Geschichte ihrer Heimat auseinanderzusetzen. Eine Einführung gab Stabsfeldwebel Thorsten Beste der Bundeswehr in Ahlen. Ein besonderes Augenmerk lag auf den Ereignissen, die trotz des nahenden Kriegsendes im Riesenbecker Berg stattfanden. Mit dem Zitat eines Gedichtes des Riesenbecker Johannes Oechtering machte Stabsfeldwebel Beste deutlich, wie wichtig die Erinnerungskultur und damit die Pflege der Kriegsgräber ist:

„Was Irrsinn zerstörte,
dem Volke gehörte,
erneuert jetzt ist.
Nie sollst du vergessen,
wie teuflisch vermessen
ein Krieg immer ist!“

Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass die Alliierten ins Münsterland marschierten und am 31. März 1945, dem Karsamstag, die britischen Einheiten Riesenbeck erreichten. Vor ihren Augen wurde die Brücke über den Dortmund-Ems-Kanal gesprengt, die später im Volksmund "Tommybrücke" genannt wurde. Nachdem eine Behelfsbrücke aufgebaut worden war, überquerten die alliierten Truppen am 3. April 1945 die Dörenther Klippen und den Riesenberg. 

Dort wurden sie von rund 3.000 jungen Soldaten aus der Truppenschule Hannover erwartet, die durch den langen Marsch völlig erschöpft erst am Vorabend eingetroffen waren. Bei den Kämpfen an diesem und den folgenden Tagen starben über 400 Menschen. 130 Gefallene fanden auf der Kriegsgräberstätte am Riesenbecker Berg und im Brumleytal ihre letzte Ruhe, viele von ihnen waren gerade einmal 18 Jahre alt. Die Kriegsgräberstätte im Riesenbecker Berg wurde im Jahr 2023 von der Stadt Ibbenbüren saniert. Ulrich Remke von der Grünplanung der Stadt Ibbenbüren zeigte den Schülerinnen und Schüler die Entfernung von Unkraut auf den Gehwegen. Unterstützung erhielten die Schülerinnen und Schüler zudem von Dagmar Schnittker von der Stadtbücherei Ibbenbüren, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stand. 

Die Kriegsgräberstätte im Brumleytal wurde in den letzten Jahren durch den Arbeitskreis Ortsgeschichte im Heimatverein Riesenbeck betreut. Für die Erneuerung des Gedenksteins für die gefallenen britischen Soldaten bei der Firma OASE-Pumpen, die Erneuerung der Informationstafel am Soldatenfriedhof Brumleytal und die Erstellung eines neu markierten Rundwanderwegs, der die Soldatenfriedhöfe Brumleytal, Riesenbecker Berg und Dörenther Berg verbindet erhielten der Arbeitskreis 2023 den Heimatpreis der Stadt Hörstel.

Die 118 britischen Gefallenen erhielten ihr vorläufiges Grab auf einem Acker des Bauern Niemann an der Weggabelung zur Brumleymühle. 1946/47 wurden sie dann durch die britische Kriegsgräberfürsorge zum neu errichteten britischen Reichswaldfriedhof bei Kleve zur letzten Ruhe umgebettet. Auch die im September 1998 bei Ausschachtungsarbeiten auf dem Firmengelände „Oase Pumpen“ geborgenen sterblichen Überreste von sieben britischen Soldaten sind im Reichswald bestattet worden. Seit 2006 erinnert ein Gedenkstein an den Fundort. 2023 wurde dieser Gedenkstein erneuert.